Sprache
Einfache Sprache
In dieser Anlage leben zwei sehr unterschiedliche Vogelarten zusammen. Die schwarzen Waldrappe mit ihrem langen roten Schnabel und die großen, hellen Gänsegeier. Auf den ersten Blick wirkt diese Kombination ungewöhnlich. Doch beide Arten teilen auch in der Natur den Lebensraum und kommen gut miteinander aus. Der Waldrapp war früher in Mitteleuropa – besonders im Alpenraum - weit verbreitet. Doch bereits im Jahr 1627 verschwand er aus Deutschland. Grund dafür waren starke Bejagung und eine klimatische Abkühlung, die als kleine Eiszeit bekannt ist. Heute gibt es nur noch wenige wilde Bestände in Marokko, in der Türkei, in Spanien und in Österreich. Fast all diese sind aber durch Wiederansiedlungen entstanden und werden intensiv von Wissenschaftlern beobachtet und überwacht. Auch der Tiergarten Straubing möchte mit seinen Nachzuchten dazu beitragen, den Waldrapp wieder dauerhaft in Europa anzusiedeln und beteiligt sich seit vielen Jahren an diesem europaweiten Projekt. Auch der Gänsegeier lebt nicht nur in Afrika, sondern durchaus auch in den Alpen und dem Mittelmeerraum und hat ebenso eine wechselvolle Geschichte. Früher waren es Jagd, Giftköder und Pestizide, die ihn aus vielen Regionen Europas verdrängten. Heute ist es vor allem die moderne Landwirtschaft. Da kaum noch Weidetiere auf offenen Flächen verenden, fehlt den Geiern ihre wichtigste Nahrungsquelle - Aas. Denn Gänsegeier sind perfekt an das Leben als Aasfresser angepasst und haben damit als „Gesundheitspolizei“ sogar eine essentiell wichtige Funktion im Ökosystem: Durch ihr Auffressen von Kadavern wird nämlich zum Beispiel die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindert. Unsere Wohngemeinschaft von Waldrappen und Gänsegeiern im Tiergarten ist somit also nicht nur spannend zu beobachten. Sie hat auch einen wichtigen Nutzen für den Artenschutz, da beide Arten vor allem durch unsere Aufklärungsarbeit über ihren Lebensraum und Ökologische Verknüpfungen sowie auch durch eine erfolgreiche Nachzucht dazu beitragen, ihre wildlebenden Artgenossen zu schützen und deren Zahlen wieder zu erhöhen.
Bewerte diese Geschichte