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Tiger gehören zu den beeindruckendsten, aber auch zu den bedrohtesten Großkatzen der Erde. Einst lebten sie in weiten Teilen Asiens – von den Nadelwäldern im Osten Russlands bis zu den tropischen Mangroven Südostasiens. Heute ist ihr Verbreitungsgebiet stark geschrumpft und in viele voneinander getrennte Rückzugsräume zerfallen. Traditionell wurden sechs heute noch lebende und drei bereits ausgestorbene Unterarten unterschieden. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen kommen teilweise zu einer anderen Einteilung. Die genaue Untergliederung der Tiger wird deshalb weiterhin erforscht. Unabhängig davon gilt der Tiger als gefährdet. Besonders Lebensraumverlust, Wilderei und der Rückgang seiner Beutetiere bedrohen die verbliebenen Populationen. Die Tiger im Tiergarten Straubing sind Sibirische Tiger, auch Amurtiger genannt. Sie stammen aus dem russischen Fernen Osten und dem Nordosten Chinas und gehören zu den größten Tigern. Wie groß und schwer ein Tiger wird, hängt jedoch nicht nur von seiner Herkunft, sondern auch von Geschlecht, Alter, Lebensraum und Nahrungsangebot ab. Amurtiger sind gut an kalte und schneereiche Lebensräume angepasst. Ein dichtes Winterfell mit kräftiger Unterwolle und eine Fettschicht unter der Haut schützen sie vor niedrigen Temperaturen. Ihre breiten Pfoten erleichtern ihnen die Fortbewegung im Schnee. Tiger können außerdem ausgezeichnet schwimmen und gehen häufig ins Wasser. Besonders charakteristisch ist ihre Fellzeichnung. Die rötlich-orange Grundfarbe mit weißen Bereichen wird von schwarzen Streifen überzogen. Das Streifenmuster ist bei jedem Tiger einzigartig – sogar die beiden Körperseiten unterscheiden sich voneinander. Die Fellzeichnung hilft dem Tiger, sich seiner Beute unbemerkt zu nähern. Viele seiner Beutetiere, darunter verschiedene Hirscharten, sehen Farben anders als Menschen. Sie können Orange- und Grüntöne wesentlich schlechter voneinander unterscheiden. Deshalb hebt sich das orangefarbene Fell für sie weniger deutlich von Gras, Zweigen und Unterholz ab. Die dunklen Streifen lösen zusätzlich die Körperkontur des Tigers optisch auf. Tiger leben überwiegend als Einzelgänger. Bei der Jagd nähern sie sich ihrer Beute möglichst unbemerkt und greifen aus kurzer Entfernung an. Trotz ihrer Kraft und Anpassungsfähigkeit benötigen sie große, zusammenhängende Lebensräume mit ausreichend Beutetieren. Zoos können zum Schutz des Tigers beitragen. Innerhalb koordinierter Programme erhalten sie eine genetisch vielfältige Reservepopulation, unterstützen Forschung und Bildungsarbeit und können Schutzprojekte in den Ursprungsländern fördern. Solche Maßnahmen ersetzen den Schutz wild lebender Tiger und ihrer Lebensräume nicht, sondern ergänzen ihn. Der Tiergarten Straubing ist Mitglied der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien, kurz EAZA. Gemeinsam mit anderen Zoos trägt er dazu bei, Wissen über Tiger zu vermitteln und die europäische Zoopopulation verantwortungsvoll zu betreuen.
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