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Die Burgruine Niederviehhausen (auch „Burg Viehhausen“) geht ins 12./frühe 13. Jahrhundert zurück. Urkundlich erscheint 1181 erstmals „Brouno de Vienhausen“, vermutlich ein Ministeriale des Regensburger Burggrafen. Ende des 13. Jahrhunderts greifen die Wittelsbacher nach der Burg: Ziel ist es, Regensburg durch Burgenkäufe politisch „einzuschnüren“ – ein Plan, der nicht aufgeht. Bis ins 14. Jahrhundert setzen sie hier Pfleger ein. Ab 1368 ist Hiltprant von Chamerau als Inhaber greifbar; wahrscheinlich hält er die Burg als Pfand vom bayerischen Herzog. Die Chamerauer gelten zunächst als Turnierkämpfer, später als berüchtigte Raubritter. Zwischenzeitlich ist die Burg auch bei Hadamar IV. von Laaber, dann wieder bei den Chamerauern. 1411 versuchen die Wittelsbacher, die Pfandschaft einzulösen – die Besitzer verweigern die Herausgabe. Erst ein Schiedsspruch des Kaisers von 1434 zwingt zur Räumung; danach folgen weitere Besitzer. Im Dreißigjährigen Krieg wird Niederviehhausen zerstört. Erhalten ist vor allem der Bergfried: rund 22 m hoch, aus Buckelquadern, wohl um 1200 erbaut. Der vierstöckige Turm mit ca. 1,9 m Mauerstärke sicherte den Zugang über den Halsgraben. Von Wohnbau und Ringmauer ist nichts mehr erhalten.
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