Sprache
Einfache Sprache
Und was sagten nun die Frauen dazu? Auch wenn die Ausstellung bisher immer wieder versucht hat, den Blick auf die Frauen zu richten, muss deutlich gesagt werden, dass unser Wissen über spätmittelalterliche Fürstenhochzeiten vor allem aus Texten stammt – geschrieben von Männern für Männer. Doch selbst die zeigen: Adelige Damen waren keineswegs darauf beschränkt, im stillen Burgkämmerlein auf ihren Mann zu warten. Je nach Persönlichkeit und Umgebung konnten die Frauen durchaus wirksam handeln. Das so gezeichnete Frauenbild könnte jedoch ein zu positives Bild entstehen lassen: die adlige Dame stand zwar im Zentrum des Fürstenhofs und genoss Privilegien, die sie über untere Stände erhob, aber die kirchlich geprägten Vorstellungen der Zeit ordneten die Frau grundsätzlich dem Mann unter. Bei ihrer Verheiratung hatte sie kaum Mitspracherecht, ihr Körper war politisches Kapital. Dennoch empfanden es wohl die meisten Damen als Ehre, heiraten zu dürfen. So kann es einerseits als Zwang verstanden werden, wenn eine verheiratete Frau ihre Haare unter einer Haube zu verbergen hatte. Andererseits war eben diese Haube gleichzeitig ihr Statussymbol. Wie fühlen Sie sich „unter der Haube“? Probieren Sie es beim Spiegel doch einfach mal aus. Wenn Sie möchten, geben Sie uns auch Feedback – zur Ausstellung mit Murmeln, zum gesamten Ausstellungs- und Forschungsprojekt mit Zetteln, die Sie an den Schnüren aufhängen dürfen – oder auch gerne in unserem Gästebuch.
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